geh-lassen-heit

geh-dichte und geh-danken

 

geh-dichte sind kleine verse, gedanken-luftsprünge und gedichte.

die meisten sind irgendwo unterwegs geboren, aufgeschrieben wo es grad passte,

danke, liebe muse, dass du mich ab und zu besuchst.

 frühling

 

2019 basel:

vor einer woche noch, waren zarte und unscharfe blättchen, mit hochgekrempelten ärmeln

in dem undefinierbaren, bräunlichen herbstschlafrock zu sehen. und heute,

schaue ich in noch lockenwicklerloch grosse lücken in einem hellgrünen blättermeer.

noch nicht so kräftig wie das winterharte efeu, aber immerhin.

da tummeln sich schon erste weisse und eidottergelbe blüten.

der sonnenverwöhnte bärlauch verströmt seinen würzigen und kräftigen geruch bis

über die dachrinne und zwängt sich durch das halb geöffnete dachfenster in meiner dachkammer und vermischt sich mit dem summen hochfliegender hummeln.

 

winter

 

2019/2020 düsseldorf:

 

... ein wenig schlurfend,

dunkel rauschend wie der strom,

fliesst das alte, dem wohlverdienten ende zu.

... das neue jahr,

morgenrot-rot,

den horizont blass anmalend,

angekündigt wie ein phönix, 

schickt mond und stern voran -

nehmen wir es freudig, neugierig,

an ...

 

weg-geh-danken

 

2013 frankreich:

wenn man(n) alle steine aus dem weg räumt,

wird der weg bei regen sehr glitschig.

wollen wir das?

 

2013 spanien:

leute, pilger kommen und gehen,

und vor allem du als pilger gehstjeden morgen, alle tage, immer weiter

es treibt dich, du wirst getrieben, gestossen, getragen, gezogen

und kommst für ein paar stunden wieder an.

bekannte, neue gesichter, aber alle gesichter lächeln, am morgen,

im cafe, beim essen, beim gehen, immer. 

es gibt keine schlechte laune, kein blöder gring.

 

es sind alles deine brüder, schwestern, freunde freundinnen,

deine familie, gemeinschaft. pilger eben, kann man nicht erklären.

 

rudolflepelerin