geh-lassen-heit

sonntag, weiterreise

... weiterreise

 

die wettervorhersage für die nacht und den frühen morgen ist ungünstig. wir verschieben unsere sonnen-aufgang-wanderung, eine dichte wolkendecke hat sich in die äste der grossen winde niedergelegt.

um acht uhr treffen wir uns mit den anderen gästen im kapitelsaal zum liebgewordenen morgengebet. auch das feine, einfache frühstück geniessen wir wieder in stille. kann es sein, dass der kaffee stärker duftet, das umrühren in der tasse lauter ist als sonst und wir die unmittelbare umgebung freundlicher und zuvorkommender wahrnehmen?

unsere schlichten zimmer im kloster lassen wir zurück und wandern in richtung "hohe winde".

ich wähle für den aufstieg die route ohne abkürzungen. vertrautheit begleitet uns, meter für meter, höher und höher. nach ca. 400 höhenmeter erreichen wir die kleine winde auf 1036 müm. trotz wind und feuchtigkeit lassen wir uns auf der kleinen waldlichtung nieder und lassen uns das z'nüni schmecken. der schmale abstieg durch den "wingengraben" ist besonders. wer mehr als nur seine augen öffnet, sieht hier mehr als drei dimensionen.

der windsack für die gleitschirmflieger flattert immer noch lustig im tal. den kühen ist das egal.

letzte gesprächsfetzen wollen das wochen-ende aufhalten, hinauszögern. aus-checken, kaffee und kuchen, stille spenden, umarmungen, rituale eben, helfen ins auto und den alltag einzusteigen.

ob wir uns wieder sehen, ja sicher, mal hier, mal da, wir werden uns wieder begegnen. unser weg war nicht zufällig der gleiche.


es ist bedeutend in eine richtung zu gehen, ob hier, auf dem camino oder im richtigen leben, leben wir das leben ...



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