9. dezember

herbstgedanken

...an einem strahlenden herbsttag schnürten wir unsere wanderschuhe und erklommen im emmental den napf. auf dem weg dahin schoss ich dieses foto, ohne hintergedanken. jetzt am pc sitzend, lasse ich die gedanken durch das jahr streichen. hmm, genau emmental, bild mit kuh und hügel. füge das bild ein und sehe die kühe "aus dem bild laufen". da kommt mir der berner chansonnier mani matter in den sinn. der songtext ist schnell gefunden und siehe da unten am text steht: "songtext deutsche übersetzung". also, meine lieben deutschen freundinnen und freunde, jetzt könnt ihr nebenbei auch noch bern-deutsch lernen. wir sprechen ein bisschen langsamer als ihr, dafür brauchen wir weniger worte um das gleiche zu sagen...

chue am waldrand

är isch mit sire staffelei am sunntig über land und het äs süschee gsuecht won är chönnt male.
da trifft si künschtleblick ufene chue am waldrand, är gseht, das git es meischterwärk nid z zahle. är schtellt sech uf und malt zersch dr wald im hintergrund, ä hügel rächts chli himmel no derzuedruf macht er vorne s graas mit villne blueme drinn und chunnt, am schluss zur houptsach, nähmlech zu dr chue. är mischt uf sir palette zarti bruun mit gschickter hand und tunkt dr pinsel drii und setzt nä aa! doch woner itz ä letschte blick wirft uf si gägeschtand isch plötzlech o herrje d chue nümme da, das uferschamte tier isch usegloffe us sim bild, ke mönsch weis was vo dert itz het vertribe, sisch nümm zrügg cho ou wo när grüefft u gwunke het wi wild, ä wiisse fläck isch uf dr liinwand blibe. no lang a säbem sunnti, isch är gsässe a der schtell, het gwartet vor sir staffelei das da, äs bruuchti nid die gliichi z sii, ä chue dert häre well, wo ihn no würd sis bild vollände laa, doch d wält isch so perfid, das si sech sälte oder nie, nach bilder wo mir vore gmacht hei richtet, so hei ou uf der matte die banousehafte chüe, dä aasatz zum ne meischterwärk vernichtet.

kuh am waldrand

er streifte mit seiner staffelei am sonntag über land und suchte ein sujet, das er malen könnte.
da trifft sein künstlerblick auf eine kuh am waldesrand, er sieht, das gibt ein meisterwerk - nicht zu zahlen. er richtet sich ein und malt zuerst links den wald im hintergrund, einen hügel rechts, ein klein wenig himmel noch dazu. darauf malt er vorne gras mit vielen blumen und kommt am schluss zur hauptsache, nämlich zu der kuh. er mischt auf seiner palette zartes braun mit geschickter hand und tunkt den pinsel ein und setzt ihn an. doch als er jetzt einen letzten blick wirft auf seinen gegenstand ist plötzlich - oh herrje - die kuh nicht mehr da. das unverschämte tier ist heraus gelaufen aus seinem bild, kein mensch weiss, was sie von dort vertrieben hat.sie ist nicht zurückgekommen auch als er gerufen und gewunken hat wie wild- ein weisser fleck ist auf der leinwand geblieben. noch lange an jenem sonntag, ist er gesessen an der stelle, hat gewartet vor seiner staffelei, dass da- es bräuchte nicht die gleiche zu sein - eine kuh dort hin käme, die ihn noch sein bild vollenden liesse. doch die welt ist so perfid, dass sie sich selten oder nie nach bildern, die wir (uns) von ihr gemacht haben, richtet. so haben auch auf jener wiese die banausenhaften kühe den ansatz zu einem meisterwerk vernichtet.