19. dezember

...2000 km von einander getrennt.

und, wer hat den feinen windstoss ausgelöst? der flügelschlag eines zitronenfalters?

...eigentlich wollte über etwas schreiben das im westen liegt, aber manchmal schreibt es einfach...

 

"eigentlich" wollte ich über meine pilgerreise im engadin schreiben, aber der schnee versperrte mir den weg über den scalettapass. als alternative bot sich frankreich an. am freitag vor pfingsten entschied ich mich für den "camino arles". am samstag buchte ich den zug und das erste zimmer. am pfingstdienstag fuhr ich nach arles, kaufte mir den "miam miam dodo" und lief am nächsten tag los. im rucksack was man zum leben braucht, nicht mehr und nicht weniger.

...am amphitheater vorbei zur rhonebrücke runter, toc, toc, toc, toc. ich bleibe kurz stehen um mich auf der karte zu orientieren. ein franzose mit seinem kleinen sohn kommt mir entgegen. "monsieur, monsieur, ici, c'est le chemin...". eine halbe stunde später, ähnliche situation, ein franzose mit dem velo. zwei tage später schaue ich vor einer kreuzung auf die karte, hält eine französin an die mit dem auto zum einkaufen unterwegs ist und fragt ob sie helfen kann... einzelfälle? nein, frankreich, le chemin.

gespräche beim abendessen in privaten kleinen herbergen, schlafen in gepflegten zimmer, schlafen in heruntergekommenen jugendherbergen. und vor allem laufen, nur du und deine füsse. entlang von flüsschen und kanälen, durch kalenderblattartige unendliche mohnfelder, dutzende schimmel stehen am wegrand, camarque in der luft, regennasse aufstiege auf nebelverhüllte bergnasen. abstiege durch buchsdurchwachsene eichenwälder und meterhohe, geldblühende, duftende ginsterstauden. die strassenabschnitte und vorstädte vergisst du, wenn du auf den römerstrassen durch die hügel läufst. und am schluss ein tag in montpelier, der tag am meer...

 

dazu braucht es keine bilder oder doch?